Ja es ist schon ein paar Tage her und das neue Jahr ist in vollem Gange. Ich hoffe ihr seid alle gut gestartet und setzt eure Vorsätze eifrig um. Auch 2017 gab es wieder einen AFTER X-MAS TRAIL, ja sogar schon zum vierten Mal. Wie in den vergangenen beiden Jahren trafen sich rund 20 hartgesottene Läufer aus ganz Baden-Württemberg bei mir. Gemeinsam erliefen wir die Trails rund um die Rosenstadt Mössingen, genauer um Farrenberg und Dreifürstenstein.

Die diesjährige Spende ging an ASHA21 – Hoffnung für Nepal. Vielen Dank Oli, dass du dein Projekt persönlich vorgestellt hast und mit uns auf die 17 km lange Laufstrecke gegangen bist.

Vielen Dank an alle Teilnehmer für die großzügigen Spenden über insgesamt 250 €.

Ich freue mich schon auf die nächste Ausgabe des AFTER X-MAS TRAIL.

Hier ein kleines Video und der Link zu Peter Steiner´s Laufblog mit noch vielen weiteren Bildern

 

 

 

Wieder zurück aus Marokko, von einem wundervollen Laufabenteuer weiß ich gar nicht wie ich anfangen soll zu berichten. Ich bin noch immer beeindruckt von der anderen Kultur, den Menschen, den Farben und Gerüchen, dem Essen und natürlich der einzigartigen Landschaft. Beginnen wir mit der Anreise, für mich aus dem Süden Deutschlands, von Stuttgart aus ging der Flug über Wien nach Marrakesch. Früh morgens um 6 Uhr ist man als Trailrunner und Urlauber schon eher ein Exot am Flughafen eines der wirtschaftsstärksten Bundesländer. Die meisten meiner Mitflieger haben um diese Zeit nur „Handgepäck“ dabei, erstaunlicherweise ist deren Handgepäck fast so groß wie mein Reisekoffer!? und sie benötigen auf jeden Fall zwei Handgepäckfächer im Flugzeug. Was soll’s, mein Handgepäck passt jedenfalls locker unter den Sitz meines Vordermannes. Ach ja und dann sind da noch die Kontrollen in unseren Flughäfen mit viel Wartezeit, erstaunlicherweise wurde ich bei meiner Ankunft in Marrakesch deutlich gründlicher kontrolliert, als beim Abflug. Bis man am Ausgang des Flughafens ist wird man gefühlt 5 Mal mit Gepäck durchleuchtet. Man muss durch den Zoll, der schaut das Gepäck nochmal genau an und dann sind da noch die Kontrollen bei der Einreise mit dem Kurzvisum. Übrigens ist das gleiche Prozedere bei der Rückreise nochmals zu durchlaufen und man muss keine halbe Ewigkeit warten bis man an der Reihe ist. Ohne Flugticket gibt es auch keinen Eintritt ins Flughafengebäude, da fragt man sich dann schon wer vor wem Angst hat und welche Sicherheitskontrollen effektiver sind.

Nach 4 Stunden Flugzeit bin ich in Marrakesch gelandet, nochmal 30 min bis ich den Flughafen verlasse (mit Kontrollen und Geldwechsel). Die Suche nach einem Taxi geht los, da beginnt bereits das Abenteuer und man traut seinen Augen kaum, fahren doch tatsächlich unsere mindestens 20 – 40 Jahre alten Autos im Taxibetrieb, ja auch noch ohne Katalysator oder sonst irgend einen Schnick Schnack! Ein Taxi zu bekommen sollte erstmal kein Problem darstellen aber da lauert schon  die erste Tourifalle auf mich – selbst schuld, wenn man sich vorher nicht gut informiert. Normalerweise kostet eine Taxifahrt vom Flughafen in die Altstadt von Marrakech 100 Dirham umgerechnet 10 €, ich habe natürlich erstmal das Dreifache bezahlt, was für unser Verhältnisse ja immer noch recht günstig ist. Der Taxifahrer bringt mich sicher in die Altstadt, bzw. in die Nähe des Hotels direkt hinter der Stadtmauer, er lässt mich genauer gesagt ca 400 m vom Hotel entfernt an einer schmalen Gasse aussteigen und erklärt mir ausführlich den Rest des Weges bis zu meiner Unterkunft. Also alles kein Problem, ich will mit meinem Koffer los, einfach nur die Gasse runter, da tappe ich schon in die nächste Falle: Ein paar Einheimische, die wohl ihre Kasse aufbessern, in dem sie die Touris dorthin begleiten wo sie hin wollen. Für jemanden der sich nicht wirklich auskennt durchaus eine hilfreiche Option und in meiner gutmütigen Art lass ich diesen ausgesprochen freundlichen Herren dann auch meinen Koffer ziehen und mich zum Hotel bringen.  Mit jedem Schritt  werden es  immer mehr Begleiter, es ist auch Interessant wieviele plötzlich Bekannte und Cousinen in Stuttgart haben. Am Hotel dann endlich angekommen, gebe ich meinem Kofferträger großzügig die nächsten 100 Dirham, dann meint dieser plötzlich ich müsse den anderen 5 Begleitern auch noch jeweils 100 Dirham geben, was ich jedoch etwas übertrieben finde, verneine und ihm klar mache, dass er wohl seine 100 Diram mit den anderen teilen muss. Zufrieden sieht anders aus… Endlich im Riad angekommen werde ich von einem jungen Rezeptionisten sehr freundlich empfangen, bekomme einen Begrüßungstee, währenddessen ich mein Anmeldungsformular ausfülle und mein Gepäck in ein sehr schönes Zimmer gebracht wird. Hier treffe ich zum ersten Mal auf die Südtirolertruppe um Daniel Jung, der ich mich angeschlossen habe. Sie sind bereits einige Stunden vor mir in Marrakech angekommen, hatten teilweise eine längere Anreise als ich, und haben bereits die Stadt und den Hotelpool erkundet. Ich beziehe mein Zimmer und ruhe mich ein bisschen aus, bevor ich auf eigene Faust los ziehe, um die ersten Eindrücke von Marrakech zu sammeln, um 19:00 Uhr gibt’s mit der ganzen Gruppe aus Südtirol ein super leckeres Abendessen im Hotel. Ich habe mich gleich in die die nordafrikanische Küche verliebt, frisch, veggie, aromatisch und in jedem Fall äußerst lecker.

Am nächsten Tag werden wir äußerst früh (5.30 Uhr) vom schönen Muezzingesang geweckt. Nach dem Frühstück geht es wieder Richtung Flughafen Marrakech. Hier müssen wir mit vielen weiteren trailverrückten Läufern aus Europa, vor allem Franzosen, auf die Shuttelbusse warten, die uns nach Oukaimden auf 2500m im Atlasgebirge bringen. Die Warterei wird etwas zur Geduldsprobe, unser Bus sollte eigentlich um 11 Uhr fahren tatsächlich geht’s erst 1,5 Stunden später los. Schon da zeigt sich, dass die Organisation von Franzosen und dann auch noch in einem Land außerhalb Europas durchgeführt wird, es wird alles etwas lockerer gesehen, was nicht unserer deutschen Mentalität entspricht, aber wir sind ja im Urlaub. Nach langem Warten startet die 2 stündige Fahrt, die uns in den hohen Atlas führt. Raus aus dem heißen Marokko (ca 37 Grad) und hoch nach Oukaimden auf 2500m (ca 20 Grad). Dort beziehen wir erst einmal unser Quartier, die einen übernachten in einer vom Organisator gestellten Zeltstadt, die anderen haben etwas mehr Komfort gebucht und schlafen in einer Hütte. Naja, Hütte ist etwas untertrieben, hier hat der Französische Alpenverein schon fast eine bessere Jugendherberge hingestellt, mit Strom, W-LAN und !!!warmen!!! Duschen.  Am späten Nachmittag erkunden wir bei einem lockeren Läufchen die Gegend, bevor es zum Abendessen geht und nach einem kurzem Umtrunk ins Bett.

Nach einer unruhigen Nacht, zum einen die ungewohnte Höhe zum anderen kommen gefühlt die ganze Nacht weitere Läufer an, werden wir um 06:00 Uhr vom allmorgendlichen „allah ákbar“ (Gott ist groß) Gebet des Muezzin geweckt. Das ist so laut dass ich denke der Muezzin steht direkt neben mir am Bett. Als der Ruf vorbei ist, drehen wir uns alle nochmal um und schlafen weiter. Um 08:30 Uhr haben wir uns (die Südtirolertruppe plus ein Schwabe (Österreicher 😉 ) zum Frühstück verabredet. Danach geht’s auf zu einer etwas längeren Lauf- / Wandertour entlang des Rückweges nach Oukaimden, der Marathonstrecke, auf eine Höhe von knapp 3000m. Hier bekommen wir das erste Mal so richtig die beeindruckende Landschaft zu sehen und was das Atlasgebirge so alles zu bieten hat. Von Apfelbäumen auf 2500 m über karge Gesteinslandschaften bis hin zu Ziegen- und Schafweideplätzen, Berberdörfern und ausgetrockneten Flüssen / Bächen, viele interessante Eindrücke. Als wir am Nachmittag zurück sind, legen sich die meisten nochmal aufs Ohr. Am Abend findet das Racebriefing statt, auch das läuft anders ab als für uns Westeuropäer üblich. Nichts mit großartigem Beamer über den Bilder der kritischen Punkte gezeigt werden, es werden schlichtweg mündlich die wichtigsten Punkte der Strecken besprochen. Auch wird nochmals auf die Pflichtausrüstung hingewiesen und darauf, dass an jeder Kontrollstelle ein Ärzteteam steht, das einen jederzeit aus dem Rennen nehmen kann. Zum Schluss werden die Favoriten des 105 km Rennens vorgestellt und etwas mehr Partystimmung kommt auf. Danach gehen wir zum Abendessen, das wie immer sehr lecker war und an uns Europäer mit Nudeln angepasst wurde, was ich persönlich etwas Schade finde, denn die marokkanische Küche bietet durchaus auch andere lecker Kohlenhydratlieferanten, wie Couscus oder Kartoffeln, etc.. zudem gibt es als Fleischbeilage hier oben ausschließlich Hühnchen. Nach dem Essen gehen die meisten von uns ins Bett, schließlich müssen wir alle am nächsten Morgen sehr früh aufstehen, denn der Startschuss für den Marathon und das 105 km Rennen ist auf 06:00 Uhr angesetzt.

 

Nach einer weiteren unruhigen Nacht, was dieses Mal eher an den Läufern lag (einer stellte sogar seinen Wecker auf 01:00 Uhr) geht es um 4:30 Uhr zum Frühstück. Eine Stunde später ist der „Check-In“ in den Startbereich, hier werden alle Läufer und stichprobenartig auch die Ausrüstung nochmals kontrolliert. Pünktlich um 6:00 Uhr, mit dem allmorgendlichen Ruf, fällt der Startschuss für den Ultratrail und den Trailmarathon. Es ist schon beeindruckend in einem „Riesen-Leuchtwurm“ die ersten 500 hm auf knapp 3000m Höhe zu bewältigen. Schon der Start ist einzigartig, wenn durch das ganze Tal bis in die letzte Ecke der Ruf des Muezzin hallt. Nach den ersten 12 km und dem ersten Anstieg oben angekommen, kann man eindrücklich kurz die Aussicht auf Marrakech und den Sonnenaufgang genießen. Nun sollte ein 6 km, relativ einfach zu laufender Downhill folgen. Nach 3 km teilt sich die 105 km von der 42 km Strecke. Diese Stelle ist vor allem für die Marathonläufer kniffelig, da die Streckenmarkierung durch das dortige Berberdorf nicht eindeutig ist. Zum Glück sind auch ein paar „einheimische“ Läufer unter uns, die die Strecke kennen und uns den richtigen Weg weisen. Wieder in der richtigen Spur angekommen führt uns der Weg weiter über technisch schwieriges Gelände durch ein Flußbett zum nächsten Berberdorf. Bei diesem angekommen ist dann etwas versteckt in einem Hinterhof die erste (von zwei) Verpflegungsstation. Meine Laufzeit bis dorthin liegt bei ungefähr 2:00 h für ca 20 km (also schon knapp die Hälfte der Strecke). Ich verpflege mich gut, fülle meine Softflasks wieder auf, bevor es dann an das schwierigste Teilstück geht. Es sollte ein steiler Anstieg mit ca 10 km und 1400 hm auf 3100m Höhe folgen. Auf diesem Abschnitt kommen uns auch die 105 km Läufer wieder entgegen. Der bis dato führende Läufer ist mein Reiseleiter Daniel Jung aus Südtirol, keine Überraschung, ist er doch in einer bestechenden Form.  Viel beeindruckender hingegen ist die erste Frau Andrea Huser (Schweiz), die schon auf Rang vier des 105km Rennens läuft. Beeindruckt von deren Leistung marschiere ich weiter den steilen Anstieg Richtung 3100m hoch. Bei der Hälfte des Anstieges kommen wir durch ein weiteres Berberdorf, angefeuert durch die dortigen Kinder und Alexander Binz geht es weiter dem höchsten Punkt der Strecke entgegen. Allerdings läuft es bei mir nicht mehr ganz so einfach, zum einen merkte ich dass mir an diesem Tag die Höhe extrem zu schaffen macht, zum anderen spüre ich deutlich meine fehlende Fitness solch eine Strecke läuferisch durchzustehen. Also geht es für mich wandernd mit kurzen Pausen weiter, so erreiche auch ich nach ca 4:15 h Gesamtlaufzeit den höchsten Punkt mit 3196m.  Die Aussicht aber ist die Qual wert und ein weiteres Mal sehr beeindruckend. Rechts und links von mir tronen majestätisch die 4000 m Riesen. Nach einem kurzen „Gipfelbild“ auf der Passhöhe, geht es in einen technisch schwierigen Downhill über felsig und sandiges Steppengelände. Ein Sturz in die kleinen Büsche dort wäre etwas schmerzhaft gewesen, denn diese sind sehr stachelig. Bei der Hälfte des Abstieges lauert die nächste Überraschung und manch ein Läufer hat in weiser Voraussicht ein paar Dirham eingesteckt, die an dieser Stelle bestens investiert werden können. Im Schatten eines Feldes sitzt tatsächlich ein Berber mit seinem Esel und verkaufte Cola, Fanta, Sprite… und Mars-Riegel. Ja richtig Mars-Riegel!!! Nach kurzem Überlegen, ob ich mir sowas gönnen soll entscheide ich mich doch ohne die zusätzliche Verpflegung weiter zu laufen, leider denke ich auch nicht dran ein Bild des Herren zu machen, er wäre es definitiv wert gewesen. Endlich unten angekommen folgen wir einer  Asphaltstraße, später einem schönen Trail, der verschiedene Berberdörfer miteinander verbunden hat und gut zu laufen ist. Vor dem letzten steilen Anstieg bei km 32 wartet die zweite offizielle Verpflegungsstation auf uns und ein weiterer Kontrollpunkt. Hier fülle ich nochmals meine Softflask, die eine mit Cola + Wasser, die andere nur mit Wasser, damit ich die letzten 10 km mit knapp 700 hm im Aufstieg und 500hm im Abstieg gut überstehe. Nach kurzer Verpflegung geht es dann auch gleich in den steilen letzten Anstieg. Hier bekomme ich doch tatsächlich die zweite Luft, kann noch ein paar Läufer aufsammeln und die kleine Gruppe an die ich mich angeschlossen habe hinter mir lassen. Der Anstieg ist schon sehr steil und technisch nicht ganz einfach zu laufen, aber genau so liebe ich es ja. Nach 6:17 h erreiche ich die letzte Passhöhe mit 2960 m. Nun geht es nur noch 6 km mit 500 hm im Abstieg ins Ziel, gefühlt bin ich dieses letzte Teilstück alleine unterwegs, vor mir niemand zu sehen und auch hinter mir niemand mehr in Sichtweite… Ca 1,5 km vor dem Ziel treffe ich dann doch wieder auf Zivilisation, einige Begleitpersonen anderer Läufern sind wandernd auf dem Streckenabschnitt unterwegs und endlich ist das Ziel dann auch zu sehen. Glücklich überschreite ich nach 06:47 min als 24. die Ziellinie, zwei meiner Südtiroler Freunde sind schon weit vor mir angekommen, ein tolles Rennen für die beiden.

Was für ein geniales Erlebnis drei 3000 m Passhöhen zu überqueren, verschiedene Landschaften und vielen kleinen Berberdörfer zu sehen – einfach einmalig. Den Rest des Tages ist Erholung angesagt und wir verbringen ihn mit essen, schlafen, einem kurzen Spaziergang und warten auf die Zielankunft von Daniel Jung, der weiterhin die 105 km Distanz souverän anführt. Wir, die Südtiroler Laufgruppe und ich verabreden uns auf 18:00 Uhr im Zielbereich. Gespannt warten wir auf Daniel,  der gegen 20 Uhr nach 14:00 h ins Ziel einläuft. Ein überragender Sieg und eine Demonstration der Stärke über die ganzen 105 km – was für eine krasse Leistung! Gemeinsam tanken wir beim Abendessen wieder auf, dieses mal mit Reis und natürlich Hühnchen… Danach feiern wir noch kurz mit Daniel und gehen wieder frühzeitig ins Bett, denn schließlich steht am nächsten Tag noch der 26 km lange Trail mit 1400 hm auf der Agenda.

 

Heute konnte ich endlich ohne Probleme durchschlafen. Es liegt wohl daran, dass ein Großteil der 105 km Läufer noch unterwegs sind. Für uns geht es um 06:30 Uhr zum Frühstück, danach den Laufrucksack packen und um 08:30 Uhr zum Check-In für den Start des 26 km Rennens. Pünktlich um 09:00 Uhr ist Start. Ich ordne mich wieder in etwa um Platz 20 ein und laufe locker los. Vorneweg rennt eine ganze Gruppe Marokkaner, die ein unwahrscheinliches Tempo vorlegen. Zunächst geht es wieder auf die Passhöhe, die wir gestern bereits überquert haben, hinauf auf knapp 3000m, ein sehr moderater erster Anstieg. Danach wird’s steil und technisch, in engen Serpentinen laufen wir wieder knapp 1000 hm auf 3 km bergab in das Berberdorf in dem am Vortag die letzte Verpflegungsstation war. Heute ist dort nichts und es gestaltet sich wiedereinmal etwas schwierig den Weg durch das Dorf zu finden. Wir sind eine kleine Gruppe und laufen zusammen, bis wir den Weg wieder gefunden haben. Nach dem Dorf geht es 5 km einen schönen gut laufbaren Trail entlang. Immer wieder treiben Frauen in den Dörfern ihre wenigen Kühe über den Weg, Hühner rennen vor unseren Füßen und wir werden fleißig von den Dorfkindern angefeuert. An Hausecken sitzen ein paar Frauen, die Ihre Wäsche im offenen Kanalsystem waschen, die Männer sind meist mit ihren Ziegenherden in den Bergen unterwegs. Wir überholen auf dem Weg zur ersten und einzigen Verpflegung immer wieder Läufer des 105 km Rennens, man sieht ihnen die Strapazen förmlich an, trotzdem bringen die meisten noch ein Lächeln über ihr Gesicht und feuern uns an. Nach knappen 18 km und einer Laufzeit von 1:50 h erreiche ich die Verpflegungsstation, ich fühle mich bis dahin wesentlich besser als beim gestrigen 42 km Rennen. Nach der Verpflegung geht es dann in den letzten Anstieg, dieser hat es ganz schön in sich. Auf knappen 6 km sind noch 1000 hm zu bewältigen. Zuerst geht es im Wechsel mit einer Schottenpiste und sandigen schmalen Wegen bergauf, danach wird der Anstieg stetig technischer, aber immer auf rotem Sandstein, schön gleichmäßig ansteigend. Es folgt kommt eine kurze Flachpassage (ca 1,5 km), bevor der finale Anstieg zur Passhöhe mit den marokkanischen Flaggen erreicht ist. Im letzten Anstieg haben wir auf 2,5 km ca 600 hm zu überwinden. Der technisch schwierige Weg geht in schmalen Serpentinen über ein Sandstein-Geröllfeld, vorbei an großen Felsblöcken, hoch auf 2900 m. Von dort oben sind es dann nur noch 3 km ins Ziel bergab. Oben an der Passhöhe ist noch eine kleine Kontrollstation, von den Helfern dort werden wir fleißig nach oben gepeitscht und dann kommen die letzten nicht enden wollenden 3 km. Meine Gruppe ist nicht direkt geradeaus ins Ziel gelaufen, sondern fälschlicherweise der Markierung des 12 km Laufes gefolgt, d.h. nochmal einen kurzen Anstieg hoch und dann auf einer breiten Straße bergab ins Ziel. Ein weiteres Mal ist die Strecke hier nicht eindeutig markiert aber was soll’s, auf die paar Meter kommt es letztendlich auch nicht mehr an. Nach 3:30 h erreiche ich das Ziel und werde dort von Philip Kemenater, der ca 15 min vor mir im Ziel ankommt empfangen, gemeinsam mit Daniel Jung, Luca Ambrosi und unserem deutschen Betreuer und Ansprechpartner Oliver Binz. Heute geht es mir läuferisch wesentlich besser als am Vortag, bis auf das letzte steile Teilstück. Ich bin platt und glücklich die beiden Rennen gemeistert zu haben. Nach einer kurzen Verpflegung, stehe ich unter die !!warme!! Dusche und lege mich erstmal ins Bett um mich auszuruhen. Eigentlich möchte ich nur kurz schlafen und mir dann mit den anderen was zu essen holen, aber irgendwie verpenne ich diese Powernap und wache erst wieder zur Siegerehrung um 18 Uhr auf. In der Hoffnung irgendwo eine Ergebnisliste zu finden mache ich mich auf den Weg in die kleine Zeltstadt, aber ich suche diese vergebens. Ein wichtiger Minister ist zugegen und ehrt jeweils die ersten drei Läufer jeder Strecke. Nach einer knappen Stunde ist das Prozedere vorbei. Der Rest erfährt dann die Ergebnisse erst ca 2 Wochen später im Internet… Vor dem Abendessen gehen wir nochmal in die Hütte und stoßen mit leckerem Wein mit Dani auf seinen Sieg an. Um 20 Uhr geht es dann zur Couscusparty, hier treffen nochmal alle Läufer zum Essen und netten Austausch zusammen. Bei Wein, Bier,… wird gefeiert, geredet und manche haben sogar noch genügend Energie das Tanzbein zu schwingen. Unkonventionell wie alles hier wundert es mich nicht, dass irgend ein Handy die Musik dazu liefert – nicht mehr und nicht weniger. Trotzdem geht es für mich heute relativ früh ins ersehnte Bett.

Es geht zurück nach Marrakech und ich freue mich schon wieder auf diese tolle Stadt. Ein letztes Mal werden wir morgens um 06:00 Uhr vom Ruf des Muezzin in den Bergen geweckt. Dieser ruft übrigens nicht nur morgens sondern noch fünf weitere Male. Zum Sonnenaufgang (wenn der erste Sonnenstrahl die Erde berührt), wenn die Sonne am höchsten steht und zum Sonnenuntergang (wenn der letzte Sonnenstrahl die Erde berührt), dann noch zweimal dazwischen. Wir frühstücken gemeinsam und packen unseren Koffer, nach einem kleine Spaziergang zum „Stausee“ fahren wir mit dem Shuttlebus um 12 Uhr zurück zum Flughafen nach Marrakech. Von dort geht es wieder mit dem Taxi zurück in unser Riad, mitten in der Altstadt. Die nächsten 1,5 Tage stehen Erholung und Sightseeing auf dem Programm. Wir essen an beiden Abenden auf dem Platz Djemaa el Fna. Hier gibt es sehr leckere einheimische Küche mit frischem Gemüse und verschiedenen Fleisch- und Fischsorten. Das Einkaufen empfiehlt sich in den Souks, hier bekommt man alles, von Gewürzen über Lederwaren bis hin zu bunten Stoffen. Es ist jedoch ratsam einen genauen Blick zu riskieren, ob die Waren direkt in Marokko produziert wird oder es sich um Handelsware handelt. Was man auch auf jeden Fall machen sollte, ob in einer Pension Riad, einem Hotel oder sonst irgendwo in der Stadt – ist ein Hamam – reinigt wunderbar den Körper und ist unheimlich entspannend.

 

Am Ende steht ein tolles Abenteuer, das ich nicht mehr missen möchte und bestimmt irgendwann wiederholt wird. Mit Platz 19 in der Challengewertung bin ich letztendlich ganz zufrieden. Hier geht es zu den weiteren Ergebnissen. Ich bin von Anfang an nicht mit der Einstellung gewinnen zu wollen in das Rennen gegangen, ich wollte die Landschaft, Kultur und die Menschen um mich herum genießen und ich denke das ist mir auch ganz gut gelungen. Ich konnte auch intensiv die neue Ausrüstung von inov-8 testen, dazu kommt in nächster Zeit ein separater Bericht. Genial ist die neue Apperal Serie, sie ist leicht und super funktional. Herausragend sind der neue Trailroc 285 und der Trailtalon 275. Wer mich kennt weiß, dass ich eigentlich jeweils die leichteren Versionen der beiden Modelle liebe, da ich aber im Sommer massiv Probleme mit der linken Wade hatte, habe ich mich bewusst für die Modelle mit etwas mehr Sprengung und Komfort entschieden, was durchaus die richtige Entscheidung war. Es sind zu dem zwei gewichtsmäßig etwas schwerer Schuhe, sie sind aber genauso wendig und aggressiv mit ebenso gutem Halt zu laufen wie die leichteren Versionen. Wiedermal zwei echt klasse Schuhe. Wie gesagt, weitere Infos dazu folgen.

Alles in allem war es eine sehr schöne Reise und vor allem ein geniales Abenteuer mit einer super tollen Gruppe aus Südtirol. Vielen Dank Daniel Jung, dass du mich vor einem Jahr gefragt hast ob ich mit euch mitkomme. War echt eine tolle Woche. Das Preis-Leistungsverhältnis der Reise mit 350 € Startgebühr inklusive Halbpension und Übernachtung (in Zelten) für 5 Tage in Oukaimden ist auch echt super. Die Übernachtung in der Hütte kostete 80 € Aufpreis was sich für die 5 Tage aber durchaus lohnt, denn abends wird es schon ziemlich frisch und Temperaturen bei Nacht zwischen 0 und 5 Grad sind durchaus nicht selten. Da schläft es sich in einer Hütte schon wesentlich angenehmer.Wer sich auf dieses Abenteuer einlässt sollte sich aber auf jeden Fall sicher im hochalpinen Gelände bewegen können und sich auf die Höhe unbedingt etwas vorbereiten. Insgesamt hat mich das Abenteuer, inklusive 3 Übernachtungen in Marrakech, Flug und weitere Ausgaben für Essen und Trinken ca 800 € gekostet.

Für mich ist das bestimmt nicht das letzte Trailabenteuer in einem Land außerhalb Europas…

Eine Sache liegt mir aber zunehmend noch auf dem Herzen. Beim Durchlaufen der kleinen Berberdörfer komme ich immer wieder über meinen westeuropäischen Lebensstil ins Grübeln. Ich laufe hier meist entlang der offenen Kanalisationssysteme, in dem die Menschen ihre Wäsche waschen, über Müllhalden auf denen die Dorfkinder spielen und leben. Freilaufende Hühner sind dort keine Seltenheit und das Einzige, das den Menschen dort ein bisschen Perspektive bietet ist ihre kleine Landwirtschaft die sie haben, meist aus ein paar Ziegen, zwei drei Kühen und mehreren Eseln bestehend. Ich laufe durch Dörfer die hier in Europa vermutlich die wenigsten kennen bzw. wissen dass diese überhaupt existieren. Man hört kein Jammern der Menschen. Beim Vorbeilaufen an den Berbern und ihren Familien habe ich immer wieder das Gefühl, dass sie zufrieden sind, obwohl sie in für uns sehr ärmlichen Umständen leben. Man sieht funkelnde Kinderaugen, die sich noch über einen Müsliriegel freuen und diesen gleich mit den anderen Kindern teilen. Ich weiß nicht wann ich sowas zuletzt bei uns erlebt habe. Noch krasser sind die Verhältnisse in Marrakech, zum einen gibt es in den neueren Stadtteilen sehr viele reiche Menschen, diese Viertel werden sogar extra bewacht, zum anderen leben die Menschen an der Stadtmauer in sehr ärmlichen Verhältnissen. Meist leben sie nur von den gebrauchten Kleidern und Schuhen die sie verkaufen. Mir stellt sich auch jetzt im Nachhinein noch die folgende Frage: Was kann ich hier bei uns tun,  dass diese Menschen auch etwas mehr Wohlstand erleben dürfen? Womit kann ich hier beginnen?

Fotos: Carole Pipolo (Outdoor and News), Alexander und Oliver Binz, Daniel Jung und Timo Zeiler

 

So hier sitze ich nun am Flughafen in Stuttgart auf der Reise zu meinen Saisonhöhepunkt, naja Saisonhöhepunkt? Wohl eher nicht! Nach dem ich den ganzen Sommer mit einer Verhärtung in der Wade zu kämpfen hatte, ist es wohl eher der Einstieg ins Aufbautraining für die nächste Saison mit großem Abenteuerfaktor. Abenteuer ist das richtige Stichwort für die Reise, es fängt schon am Flughafen an, früh morgens um 05:30 Uhr fällt man als Trailunner dort schon auf, in der Schlange beim Checkin lauter Leute in Anzug, Hemd und Sakko -typisch Business. Krasser können die Gegensätze kaum sein zu Beginn einer solchen Reise. Es ist schön zu wissen dass man den Stress des Arbeislebens hinter sich lässt eine Woche das tun was den Kopf befreit.

Angemeldet für den Wettkampf im Hohen Atlas  habe ich mich schon lange, die Überlegung war bis zu letzt wie ich diesen anspruchsvollen Trail über 2 Tage gestalten werde. Entweder nur hinfahren und die Gegend um den Toubkal genießen oder doch mitlaufen und einfach den Wettkampfcharakter ausblenden. Ich habe mich für zweite Variante entschieden, schließlich ist es ja das Abenteuer was Trailrunning ausmacht, nicht der Wettkampf -einfach nur laufen eine neue Gegend, neue Freunde und ja auch eine andere Kultur kennen lernen. Jedenfalls freue mich auf eine Woche Marokko -4 Tage im Hohen Atlas rund um den ca 4000m Hohen Toubkal danach noch 3 Tage in Marrakesch, die Stadt und die andere Kultur entdecken.

Hier der Link zur Veranstaltung http://www.atlas-trail.com/en/

Freue mich schon euch von dem Abenteuer zu berichten….

Endlich mal wieder in der Heimat laufen! Nach den Deutschen Berglaufmeisterschaften im Bayrischenwald und dem Montafon Totale Trail stand dieses Wochenende mal kein Wettkampf auf dem Programm, naja das Training lief diese Woche nach der Belastung am letzten Wochenende auch nicht so optimal, also kam die Hometrail Veranstaltung von Christian Filk, Benjamin Klöppel (we run 4 fun) und laufSinn Ulm gerade zur richtigen Zeit. So fuhr ich kurz entschlossen nach Blaubeuren um Rund um den Blautopf und das schöne Schwabenstädtchen (Dörfchen?) Blaubeuren mit ca 20 Gleichgesinnten die Trails unsicher zu machen. 

Geboten wurden, wie in der zwischen Zeit fast über all üblich, zwei Strecken eine längere mit ca 15 km und eine kürzere mit 10 km, also war für jeden etwas mit dabei. Die Teilnehmer teilten sich ihrem Befinden und Leistung entsprechend auf die beiden Strecken auf. Positiv war auch dass sich die beiden Gruppen und Strecken immer mal wieder querten so konnten sich schwächere Läufer immer wieder mit auf die kürzere Route begeben. Die Streckenauswahl war perfekt viele Single Trails, knackige Anstiege und immer wieder wunderschöne Aussichtspunkte wechselten sich ab. Ich bin immer wieder überrascht was für Wege und Anstiege sich auf der Schwäbischen Alb verstecken, die 15 km Strecke hatte am Ende immerhin 890 Höhenmeter! Wer die Gegend um Blaubeueren und ihre Trails kennenlernen will sollte sich unbedingt den 30. September vormerken, hier findet dann im Rahmen der 4 Trails for Germany zum ersten Mal ein Trailrennen statt, hierzu folgen aber an anderer Stelle nähere Infos.

Vielen Dank für die tolle Organistaion des kleinen Lauftreffs, es mach immer wieder Spaß mit Gleichgesinnten zusammen zu laufen und alte und neue Bekannte zu treffen.

Man muss ja jedes Jahr etwas Verrücktes machen. Nach dem Livigno Skimarathon mit 32 km / 3000 hm im vergangenen Jahr, habe ich mir dieses Jahr den Montafon Totale Trail mit 47 km und 4300 hm im Aufstieg und 3000 hm im Abstieg ausgesucht.

Die Strecke führte uns von Schruns über das Hochjochgebiet (mit Sennigrat, Kreuzjoch und Grasjoch) nach St. Gallenkirch. Von dort ging die Strecke über die Skipiste nach Garfrescha und weiter durch das Skigebiet entlang der Valisera Bahn zur Alpe Nova. Hier führte uns der Streckenverlauf  durch ein schönes Tal auf das Matschuner Joch, Matrisella und Versettlaspitze zum Ziel an der Nova Stoba (bekannt von vielen Apres Skiparties).

Zu Beginn konnte ich einige Zeit mit Ivan Paulmichl gemeinsam laufen, musste ihn dann aber sehr frühzeitig ziehen lassen. Er lief sein Rennen äußerst souverän zu Ende und pulverisierte den Streckenrekord um ca 50 Minuten auf 6:19 Stunden. Ich beendete das Rennen mit Platz 11 und einer Laufzeit von 07:35 Stunden. Für mich war es ein solides Rennen, das meinen Kampfgeist forderte, inklusive Genusslaufen in einer traumhaften Umgebung und auf technisch anspruchsvollen aber sehr schönen Wegen.

Hier geht es zu den weiteren Ergebnissen

Über die Strecke getragen hat mich dieses mal mein Lieblingsschuh der inov-8 xtalon 225. Ein Schuh, der in jeglichem Gelände besten Grip hat. Die inov-8 RaceUltra Vest hat mit perfektem Halt mein Trinken und andere Needs, die ein Trailrunner dabei haben sollte, perfekt beherbergt.

Die Reise zu meiner 19. Deutschen Berglaufmeisterschaft führte uns dieses Jahr in den Bayrischen Wald, genauer nach Bayerisch Eisenstein. Schon die Anreise dorthin war außergewöhnlich, über Stuttgart A8 München und die A92 bis Deggendorf. Von dort aus ging’s ca. 50 km durch die „Pampa“, nur kleine Aussiedler sind zu erkennen (die Ortschaften mit den kleinen grünen Ortsschildern), immer Richtung Tschechische Grenze. Schlußendlich kamen wir nach 4,5 Std. Autofahrt in Bayerisch Eisenstein am Ostende der Republik um 23 Uhr an. Zum Glück hatte Alfred auf uns gewartet und uns schon im Vorfeld im Quartier eingecheckt, denn um 23 Uhr war in dem Dorf, direkt an der tschechischen Grenze, niemand mehr unterwegs.

Um 9.30 am Morgen trudelte so langsam das „Who is who“ der deutschen Berglaufszene auf dem sonnigen Dorfplatz ein. Sicherlich einige Gesichter fehlten…nicht zuletzt die amtierenden Titelträger. Der Startschuss fiel um 10 Uhr und insgesamt 243 Läuferinnen und Läufer machten sich auf die 13,5 km mit 800 hm. Gleich zu Beginn wurde ein schnelles Tempo vorgelegt, eine Sechser-Gruppe konnte sich lösen, darunter auch die Favoriten auf den Gesamtsieg. Ich ließ es etwas langsamer angehen und befand mich unter anderem mit Jonas Lehmann und Vereinskollege Bruno Schumi in der Verfolgergruppe. Die Strecke war sehr abwechslungsreich und führte von breiten Forstwegen, über schmale Trails bis zu den finalen 80 Treppenstufen, ins Ziel am Gipfel des Großen Arbers.

In einem spannenden Dreikampf zwischen Maximilian Zeus, Benedikt Hoffmann und Marcel Krieghoff hatte Maxi am Ende die Nase vorne und kam als Deutscher Meister 2017 verdient ins Ziel. Benedikt konnte sich im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz steigern und wurde Vizemeister vor Marcel Krieghoff. Der erfahrene Straßenspezialist Sebastian Hellmann konnte sich im Feld der jungen Wilden behaupten und erzielte einen sehr guten fünften Platz, hinter Davor Aaron Bienenfeld und vor dem Pfälzer Jonas Lehmann. Dahinter arbeiteten Bruno und ich gut zusammen und konnten somit noch ein paar Plätze gut machen, was wichtig für das Mannschaftsergebnis war. Bruno konnte den achten Platz für sich verbuchen, ich lief mit meinem inov-8 x-talon 200 als Zehnter ins Ziel, das hieß Sieger und Deutscher Meister in der AK 35. Unser gutes Mannschaftsergebnis wurde durch unseren dritten Mann Ulrich Benz (Platz 17) komplettiert. Hinter SSC Hanau-Rodenbach I wurden wir Vizemeister, dritter wurde die zweite Mannschaft des SSC Hanau-Rodenbach.

Die Frauenkonkurrenz konnte die junge Sarah Kistner in absolut sourveränder Manier für sich entscheiden. Sie wurde mit einem Vorsprung von 4:30 min verdiente Deutsche Meisterin 2017 und ließ Gesa Bahn und Julia Belger keine Chance. Dahinter liefen Lisa Wirth, Altmeisterin Melanie Noll und Lokalmatadorin Tina Fischl auf die Plätze. Hier geht es zu den weiteren Ergebnissen der DM.

Wie im Vorfeld angekündigt waren dies meine letzten Deutschen Meisterschaften als aktiver Athlet. Die Bühne mit einem deutschen Juniorentitel, fünf Meistertitel in der Hauptklasse, zwei Seniorentitel und vielen Mannschaftserfolgen mit der LG Brandenkopf, zu verlassen lässt mich dankbar zurückblicken. Während all den Jahren war mir Wilfried Raatz ein herausragender Trainer, Forderer- und Förderer, Ermutiger, Supporter und stets guter Freund.

Der Arberberglauf wurde von Organisations-Team sehr gut organisiert und die Strecken Auswahl war auch top. Als erfahrener Läufer muss ich mich jedoch schon wundern, wie es sein kann, dass die Verantwortlichen vom Verband über Nacht die Strecke verändern. Schließlich wird eine solche Veranstaltung über viele Monate geplant und organisiert. Einige Läufer hatten im Vorfeld die Strecke auch besichtigt um sich auf die Gegebenheiten einzustellen. Warum war das so? Hat der DLV und BLV die Strecke nicht gesichtet, um eventuelle Gefahrenstellen durch Witterungseinflüsse zu lokalisieren? Sind sie doch für die Genehmigung mitverantwortlich… So eine beispiellose Aktion habe ich in meiner langen Berglaufkarriere noch nicht erlebt.

Ist es nicht schön wenn es Trailveranstaltungen in der Heimat gibt? Das Trailmagazin um Denis Wischniewski und seine Familie machten dies nun schon zum dritten Mal möglich. 3 Tage Trailrunning auf der Schwäbischen Alb rundum das Schloss Lichtenstein und den Traifelberg. An den ersten beiden Tagen gab es jeweils zwei geführte Trailtouren mit den Guides der Hohenzollern Trailrunner, verschieden Vorträge und Workshops zum Mitmachen. Am abschließenden Wettkampftag standen ein Marathon (45km /1800hm) und ein Halbmarathon (22km / 1050hm) zur Auswahl.

Los ging es wie jedes Jahr an Christi Himmelfahrt, im Volksmund auch Vatertag gennant, um 13:30 Uhr mit zwei geführten Trailrunden über ca. 15 und 25 km. Die Guides der Hohenzollern Trailrunner hatten im Vorfeld wieder wunderbare Strecken ausgesucht, die den 150 Camp-Teilnehmern viel Schweiß und ein riesiges Grinsen ins Gesicht zauberten. Am Nachmittag hielt ich einen Workshop zum Thema „Tipps und Tricks zum richtigen Bergauf laufen“. Hierbei bekamen die rund 20 Teilnehmer praktische Übungen zur Athletik und zur Bergauf-Lauftechnik gezeigt. Den Ausklang fand der Abend beim schwäbischen Nationalgericht „Maultaschen“ und/oder typisch italienisch mit Pizza und netten Gesprächen.

Am zweiten Tag ging es schon um 10:30 Uhr mit dem Programm los. Gestartet wurde bei bestem Wetter wieder mit einer geführten Tour über 20 km. Gemeinsam liefen 120 Laufliebhaber über die tollen Trails meiner Alb. Jaaaaa, sie sangen sogar spontan, an der Ruine Greifenstein, einem Wanderer ein Geburtstagsständchen, sodass nicht nur die Läufer happy waren, sondern auch die Wanderer und Mountainbiker. Am Nachmittag wurden weitere Workshops und Vorträge angeboten, die auch kräftig anklang fanden. Um 17 Uhr starteten die Kleinen beim Kids-Race. Abends dann noch das Racebriefing und anschließend erzählte Denis beeindruckend von seinem Mega-Projekt 2016 – 50 Tage München – Instanbul.

Tag 3 – Raceday! Schon früh morgens war klar, dass das heute eine Hitzeschlacht geben sollte. Die Temperaturanzeige meines Autos zeigte bei der Fahrt über die Alb um 8:00 Uhr schon 20 Grad an. Der erste Startschuss, für den Marathon, fiel um 10 Uhr. Jede Menge bekannte Gesichter waren an der Startlinie versammelt. Der Topfavorit über diese Distanz war klar Benjamin Sperl. Bei den Frauen konnte man im Vorfeld keine klaren Favoriten  erkennen. Das Marathonrennen blieb, bei den Herren, bis zuletzt richtig spannend. Benjamin Sperl und Florian Felch lieferten sich einen tollen Fight bis ca. 200 m vor dem Ziel. In der Hitzeschlacht vom Lichtenstein hatte Florian Felch am Schluss noch ein paar Körner mehr und konnte das Rennen so für sich entscheiden. Dritter wurde  Michael Sommer, eine regionale Ultralauf Legende. Für die größte Überraschung des Tages sorgte die Siegerin des Marathons, Elisabeth Fladerer. Sie kam schon als gesamt Dritte, mit riesigem Abstand, über die Ziellinie und lief lange Zeit bei den beiden führenden Männern mit. Platz zwei belegte Anke Friedl und Platz drei Lokalmatadorin Pamela Veith. Hier geht es zu den weiteren Ergebnissen.

Der Halbmarathon startete etwas später um 10:30 Uhr. Hier gab es bei den Männer und Frauen schon ein paar mehr Favoriten. Bei den Frauen stand neben Elke Keller, der Vorjahres Siegerin, auch Josefine Lißner, die die Trailszene seit letztem Herbst aufmischt, mit am Start. Bei den Männern war die Liste noch etwas länger. So standen neben mir, Darko Tesic, Florian Gall und der kurzfristig nachgemeldete Luigi de Francheschi mit an der Startlinie. Auch dieses Rennen war bis zuletzt spannend. Vom Start weg lief Florian Gall als führender Läufer ein ordentliches Tempo, dem ich erstmal nicht folgen konnte. Ich hielt mich zusammen mit Darko Tesic 200 m hinter ihm auf, merkte aber dass er bergauf nicht weglaufen konnte. So versuchte ich mein Rennen gleichmäßig zu laufen und ihn auf Sichtkontakt zu halten. Darko brach bei Kilometer fünf weg, so musst ich die Verfolgung alleine aufnehmen. Beim ersten langen Abstieg, von der Nebelhöhle nach Unterhausen, verlor ich etwas den Überblick und den Sichtkontakt. Hier trafen die Läufer der beiden Rennen aufeinander und wir mussten viele Marathonläufer überhohlen. Unterwegs bekam ich die Info, dass Florian etwa 30 sec vor mir ist. Eigentlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr damit gerechnet ihn nochmal einholen zu können. Aber es kam anders –  besser gesagt, der steile Anstieg von Unterhausen zum Gießstein kam mir zugute. Etwa bei der Hälfte der Steigung lief ich überraschenderweise wieder auf, hängte mich erst an ihn ran und zog dann auf dem letzten Drittel der Steigung an ihm vorbei. Ich nahm nochmals Tempo raus, damit er mitlaufen konnte, kurze Zeit später musste er aber abreisen lassen, so konnte ich einen guten Vorsprung ins Ziel heraus laufen und das Rennen für mich entscheiden. Zweiter wurde Florian Gall und als starker Dritter überquerte Luigi die Ziellinie. Das Frauenrennen konnte überraschend Nicole Jäckel für sich entscheiden. Platz zwei belegte Josefine Lißner zusammen mit Elke Keller, die beiden liefen Hand in Hand über die Ziellinie. Hier geht es zu den weiteren Ergebnissen.

Die Veranstaltung war wieder sehr gelungen und ich freue mich schon auf eine weitere Austragung des Trailcamps und des Rennens im nächsten Jahr.

Ihr wollt auch Tipps und Tricks rund um Berglauf und Trailrunning von mir? Dann meldet euch noch schnell zu meinem Trailcamp, vom 02. bis 09. Juli in Südtirol, an

 

Was steht 2017 an?

Was steht 2017 auf dem Programm? Das erste viertel Jahr ist vergangen und von mir gibt es bis jetzt keine wirkliche Planung für die Wettkampfsaison 2017.  Die Motivation mich um meine Trainings- und Wettkampfplanung zu kümmern war aus verschiedenen Gründen auch nicht vorhanden. Nun hoffe ich, dass die Motivation zurück ist, mich auf die Saison 2017 doch noch einigermaßen vorzubereiten. Spannend wird dies für die  „Deutsche Berglaufmeisterschaft“ in Bayrischeisenstein. Dies wird definitiv meine letzte Berglauf-DM sein an der ich selbst an den Start gehen werde und ich hoffe das wir als Mannschaft nochmals eine so gute Platzierung wie in den letzten Jahren erreichen. Neben den Deutschen Meisterschaften steht für mich noch ein weiteres Highlight mit dem „Trail Atlas Toubkal“ in Marokko auf dem Programm.  An dieser Stelle möchte ich auch nochmal auf unser Trailcamp vom 02. bis 09.07. im Sporthotel Cendevaves aufmerksam machen. Hier zu den Infos

Hier nun zum Wettkampfplan:

  • 13.05. Stadtlauf Mössingen (10km Straße)
  • 27.05. Lichtenstein Trailmarathon, Unterhausen (21km)
  • 10.06. DM-Berglauf, Bayrisch Eisenstein (12 km / 800 hm)
  • 17.06. Montafon Totale Ultra Trail, Schruns (47 km / 4200 hm)
  • 08.07. Rosengarten Skymarathon, Schlern (45 km /2980 hm) ???
  • 29./30.07. Walser Trail Challenge
  • 24.09. Brandenkopf Berglauf
  • 04. bis 11.10. Trail Atlas Toubkal, Marocco

Ich freue mich schon viele von euch bei den verschiedenen Veranstaltungen zu treffen.

 

Schon zum dritten Mal findet der TrailRun21 der LG Brandenkopf statt. Etwas ungewohnt ist die Jahreszeit, dieses Jahr im Frühjahr sozusagen sogar fast zeitgleich mit dem Frühlingsanfang, zumindest mit dem Datum der Uhrumstellung, welche so manchem Läufer doch etwas zu schaffen machte. Es wurde aber nicht nur der Zeitpunkt für die Veranstaltung vorgezogen, es gab auch noch eine zweite Strecke über 10 km und 350 hm mit dem TrailRun light und der Startort wurde verlegt an den Ortsrand von Zell am Hammersbach (ca 500m vom Sportpark Zell entfernt).

Durch die Verlegung des Startortes waren die ersten 700m auf Asphalt bevor es dann über einen Wiesenweg auf die alt gewohnte Strecke ging. Auch ins Ziel führte uns wieder die ca 1 km lange, asphaltierte Forststraße. Die Strecke wurde durch die Veränderung ca 1,5 km länger und war dadurch ein „richtiger“ Halbmarathon.

Nun zum Rennverlauf. Am Anfang lief ich bis Kilometer 7 mit dem späteren Sieger Girgo Alexander. Als ich beim Mühlenstein einen schwachen Moment hatte wusste dies Alexander auszunutzen und erlief sich einen kleinen Vorsprung von ca 200m. Die nächsten Kilometer immer mit Blickkontakt zu ihm versuchte ich nochmal an ihn ran zu kommen was mir aber nicht gelingen wollte. Ich beschloss dann mein eigenes Rennen zu laufen, dadurch konnte er seinen Vorsprung bis ins Ziel auf fast 3 Minuten immer weiter ausbauen. So wurde ich nach 21 km / 650 hm und 1:26:11 Stunden glücklicher zweiter dicht gefolgt von Maximilian von Lippe. Das Frauen Rennen entschied nach 1:39:50 Stunden Melanie Albrecht (meine Transalpine Partnerin), vor Verena Utz und Marilyn Haas, für sich.

Hier geht es zu den weiteren Ergebnissen des TrailRun21 und TrailRun light

Die Ergebnisse bei solchen Läufen sind für mich in der Zwischenzeit eher zweitrangig geworden. Ist es doch auch schön viele Freunde und Bekannte zu treffen und gemeinsam das Erlebnis des Trailrunning zu teilen und die Natur zu genießen. Dies geht natürlich bei so gut organisierten und familiären Veranstaltungen, wie Sie von Alfred Siegesmund und der LG Brandenkopf veranstaltet werden, am besten.

Wer diese familiäre Atmosphäre auch erleben will hat dieses Jahr gleich nochmal die Chance: Am 24. September findet der Brandenkopf Berglauf statt. Ein klassischer Berglauf mit Start in der historischen Altstadt von Zell und Ziel, nach 9,5 km und 770 hm, auf dem Brandenkopf. Hier geht es zu den Infos.

Ich freue mich schon auf den Brandenkopf Berglauf im September und die 4. Austragung des TrailRun21 im Jahr 2018.

Seit 27 Jahren bringt Wilfried Raatz jedes Jahr das Berglauf Journal auf den Markt. Auch dieses Jahr wieder mit vielen interessanten Berichten was in der Berglauf- und Trailrunning Szene passiert.  Das Berglauf Journal zeichnet sich besonders durch die gut recherchierten und zusammengefassten Termine der  Trail- und Berglaufveranstaltungen im gesamten Alpenraum (Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich und Italien) aus. Ebenso gibt es interessante Berichte über Veranstaltungen aus dem vergangenen Jahr, Portraits zu verschiedenen Athleten und es werden die schönsten Bergläufe darin beschrieben.

Das Berglauf Journal könnt ihr, zu einem Kostenbeitrag von 11 € zzgl Versandkosten, auf journal.berglauf.info bestellen, oder ihr nehmt einfach Kontakt zu mir auf und ich bring es  beim nächsten Zusammentreffen mit.

Das Handbuch für Bergläufer bietet in attraktiver, komprimierter Form alles Wissenswerte über die internationale Berglauf-Szene mit 100 Profilen zu namhaften Veranstaltungen, allen Berglauf- Terminen in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich und Italien, einem interessanten Redaktionsteil mit neuen Trends und Entwicklungen.Interessante Schnappschüsse aus der großen, weiten Welt der Berglaufszene machen das stets fast 232 Seiten starke Taschenbuch zu einem unverzichtbaren Führer durch die Saison der Berglauf- und Landschaftslaufszene.“ (Quelle:www.berglauf.info)

Es gibt wohl kaum jemanden der die Trailrunning- und Berglaufszene in Europa besser kennt als Wilfried Raatz. Er reist als Trainer und Journalist seit vielen Jahrzehnten durch Europa und hat einen engen Bezug zu den Veranstaltern der Berglauf- und Trailszene.  Als ehemaliger Berglaufverantwortlicher und Bundestrainer des Deutschen Leichtathletikverbandes hat er auch einen engen Bezug zu sehr vielen Topathleten der Szene. Aus diesem Grund bieten wir zusammen Anfang Juli ein Trailcamp im Hotel Cendevaves, Montepana (Südtirol) an. Dadurch habt ihr die Chance von Tipps und Tricks eines erfahrenen Athleten und seinem Trainer zu profitieren. Infos zum Trailcamp und die Möglichkeit sich anzumelden gibt es hier