Saisonhighlight! Goretex-Transalpine Run 2016

15000- 250- 7- 3-2 fünf Zahlen um die es sich in der letzten Woche gedreht hat. 1500 0 hm im Auf- und Abstieg, 250 km, 7 Tage (Etappen), 3 Länder und 2 Läufer quer durch die Alpen, Start in Garmisch, Ziel in Brixen. Welcher Alpensportler träumt nicht davon mindestens einmal die Alpen von Nord- nach Süd zu queren. So erging es auch mir. Schon während meiner Berglaufzeit habe ich mir irgendwann dieses ehrgeizige Ziel gesetzt und es dieses Jahr in Angriff genommen.

Nicht in der ursprünglichen Besetzung, mit Miriam Köhler, die leider verletzungsbedingt ausfiel, ging ich an den Start, sondern mit der 20 jährigen Ausnahmeathletin Melanie Albrecht. Viel vorgenommen hatten wir uns nicht, der Spaß, die Landschaft und das verletzungsfreie Durchkommen stand im Vordergrund. Dass es dann von Anfang an so herausragend für uns lief, hatten wir nicht erwartet.

Die erste Etappe von Garmisch nach Lermoos sollte eigentlich zum Einrollen genutzt werden, doch was da auf der Strecke passierte, überraschte uns  beide. Am Ende gewannen wir diese Etappe mit einem Vorsprung von 16 Minuten. Wir merkten schnell, dass wir gut zusammen harmonierten und sich das gemeinsame Training in Livigno auszahlte.

Am nächsten Tag führte uns die Etappe von Lermoos über den Fernpass nach Imst. Die Strecke verlief sehr viel auf Schotterwegen und wurde auch in etwas abgewandelter Form gelaufen, da wir noch am Start von Regenschauern begleitet wurden. Hier musste wir am Ende des Tages vier Minuten einbüßen und landeten auf Rang 3 der Tageswertung.

Mit viel Respekt gingen alle Läufer, am dritten Tag, auf die „Königs“-Etappe mit 50 km und über 3000 hm. Die ersten 20 km liefen wir zusammen mit den Seniorenläufern Seppi Neuhauser, Urs Jenzer und deren Partner, lediglich das starke polnische Mixed-Team war noch vor uns. Diese konnten wir zügig einholen und auch einen respektablen Vorsprung von ca. 10 min herauslaufen. Bei Kilometer 39 kam für mich der Mann mit dem großen Hammer, unerbittlich und mit aller Macht schlug er zu! Schnell war aller Vorsprung dahin und unsere direkten Konkurrenten Kristin Berglund/Gerald Fister, sowie die Polen zogen an uns vorbei. Es ging nicht mehr viel, der Rückstand wurde größer und größer – bis kurz vor der letzten Verpflegungsstation, 5 km vor dem Ziel. Ich merkte es ging wieder was, hinzu kamen die Anfeuerungsrufe unserer Familien und das Tempo wurde kontinuierlich erhöht.  Die vor uns liegenden konnten unserem unendlich langen Schlussspurt nichts mehr entgegensetzen und so konnten wir die bereits verloren geglaubte Etappe noch für uns entscheiden. Was für eine Strecke, was für Emotionen, was für ein glückliches Ende an diesem dritten Tag.

Die Masseurin hatte mich abends ganz schön gequält aber es hatte sich gelohnt, denn ich ging mit „relativ lockeren Beinen“ an den Start. Die Strecke von Mandarfen im Pitztal führte entlang des bekannten E5-Wanderweges über die Braunschweiger Hütte und dem Rettenbachgletscher nach Sölden. Eine landschaftlich sehr reizvolle und schwierige Strecke. Von Anfang an war das unsere Etappe, wir liefen unser eigenes Tempo und rannten als erstes Mixed-Team durchs Ziel.

So langsam fiel das Aufstehen morgens schwerer. An Tag 5 ging es übers Timmelsjoch nach St. Leonard im Passeiertal. Eine schöne, nicht allzu anspruchsvolle Strecke mit ca. 35 km. Am Ende stand für uns ein 2. Platz hinter Tina Fischl/Markus Mingo zu Buche. Der Vorsprung in der Gesamtwertung waren immer noch beachtliche ca. 24 Minuten.

Die vorletzte Etappe von St. Leonard nach Sarnthein ließ uns, und vor allem die Daumendrücker zu Hause, nochmal nervös werden. Bei der Hälfte der Strecke lagen die dritten der Gesamtwertung in Führung. Die Zweitplatzierten Berglund/Fister überholten uns, bei dem Versuch ihnen zu folgen stürzte Melanie und zog sich Schürfwunden an Beinen und Händen zu. Wir beschlossen unser Tempo weiterzulaufen, ungeachtet was weiter vorne passiert. Insgesamt büßten wir an diesem Tag 14 Minuten ein und landeten auf Rang 5, so dass wir mit 9.28min Vorsprung in die letzte Etappe gingen.

Brixen wir kommen! Auf ging’s zum letzten Akt, neben tollen Ausblicken auf die Langkofelgruppe, Drei Zinnen und Sellagruppe, sollte eine Überraschung auf uns warten. Kurz nach der letzten Verpflegungsstation empfing uns meine Frau und meine Schwägerin, die es zuhause vor dem Liveticker nicht mehr aushielten und extra für die letzte Etappe angereist sind. Diese tolle Strecke konnten wir kontrolliert genießen und gemeinsam mit Tina Fischl und Markus Mingo ins Ziel laufen.

Der Gesamtsieg war unser! Inklusive aller möglichen Emotionen.

Alles im Detail zu beschreiben ist an dieser Stelle nicht möglich, man muss es erlebt haben um zu verstehen, was es heißt Teil dieser Läuferfamilie gewesen zu sein.

Mein Dank geht an meinen Ausrüster Inov8 / LaufSinn Ulm, die mir großartiges Material zu Verfügung gestellt haben und an RUBS (Renn und Bikesport Axel Schäfer) für die reichliche Streckenverpflegung.

Ohne ein Team, Freunde und Familie, die einen immer wieder motivieren, mitfiebern und anfeuern wäre das nicht möglich gewesen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: