Tegelberglauf – Deutsche Berglaufmeisterschaften 2016

Ich bin noch immer geflasht vom Ergebnis der Berglauf DM 2016. Platz 4 im Gesamteinlauf, Platz 3 mit der Mannschaft und mein erster (und vielleicht auch letzter) Deutscher Meistertitel der Senioren (M35). Was soll ich zu diesem Wettkampf bzw. dieser Meisterschaft noch mehr schreiben, das Ergebnis sagt eigentlich schon alles?! Die Motivation dort an den Start zu gehen war dieses Jahr nicht groß. Das einzigste schlagkräftige Argument für dieses Vorhaben war den Mannschaftstitel vom letzten Jahr zu verteidigen und einfach nur für die Mannschaft der LG Brandenkopf mein Bestes zu geben.  Nach dem ich die Startliste gesehen habe, war für mich klar dass es eigentlich schon alles braucht um unter den ersten 10 ins Ziel zu kommen, dass es mit der Verteidigung des Mannschaftstitels eng wird war auch im Vorfeld schon klar. Liegt der Fokus beim Transalpine Run von Garmisch nach Brixen in knapp 4 Wochen und fehlten im Training die schnellen Einheiten für einen solchen Wettkampf.

Nach 3 Stunden stressfreier Fahrzeit über die Schwäbische Alb und die A7 erreichten wir am Samstag Nachmittag Füssen und trafen uns gleich bei der Startnummernausgabe, an der Talstation der Regelbergbahn, mit den anderen Teamkameraden der LG Brandenkopf um gemeinsam das Hotel zu beziehen. Nach einem kurzen Abendspaziergang entlang am See (mit Heavy Metal -Beschallung vom dort stattfinden „Rock the King-Openair“) ging es im dortigen Hotel am See zum gemeinsamen Abendessen, zusammen mit der Mannschaft der LG und weiteren Lauffreunden. Nach dem lustigen vorwettkampflichen Beisammensein ging es dann  zurück in unsere Pension und im Schlaf Kraft zusammeln für den nächsten Morgen.

Am Sonntag früh ging es um 08:30 Uhr zum Startgelände an der Talstation der Tegelbergbahn, wo sich dann auch schon die vermeintlichen Favoriten für den Start um 10 Uhr vorbereiteten. Nach kurzem Mannschaftsbild und gemeinsamen Einlaufen viel der Startschuss pünktlichst um 10 Uhr. Die Strecke führte zu erst ca 1 km mit leichtem Gefälle über das Parkplatzgelände auf eine Forststraße, der wir dann bis km 5 folgte, im Wechsel zwischen mehreren kurzen aber steilen Anstiegen und Flachpasagen. Bei Km 5 führte uns der Weg dann die restlichen 2,5 km und 470 hm über eine Skipiste zur Bergstation der Tegelbergbahn. Schon auf dem ersten km bildete sich ein ca 15 köpfige Führungsgruppe angeführt von Yosief Tekle und  Tulu Wodajo, Addisu mit einem Tempo von ca 3:00 min /km. Ich hielt mich erstmal eher im Mittelfeld dieser Gruppe auf und beobachtete was passiert, als die beiden anführende das Tempo am ersten Anstieg nochmals etwas verschärften wurde auch die Führungsgruppe etwas kleiner mit etwa sieben Läufern darunter schon der spätere Sieger Toni Lauterbach, der letztjährige deutsche Berglaufmeister Josef Katip und noch einige andere Läufer. Ich hielt mich ständig zwischen Platz 5 und  Platz 7 auf. Bei ca km 3 lief dann Jonas Lehmann auf mich auf und zog an mir vorbei, kurz darauf auch Benedikt Hoffmann. Ab diesem Zeitpunkt startet auch ich wieder meine Aufholjagd, auch mit dem Wissen dass der steile Skihang noch kommt und ich hier meine Stärke voll und ganz abspielen kann. Kurz vor KM 5  konnte ich dann Tulu Wodajo, Addisu einsammeln. Ich merkte dass ich auch Yosief  Tekle und Benedikt Hoffmann an diesem steilen Anstieg wieder näher kommen konnte und die Jagd ging weiter, war eventuell noch eine Medallie drin? Ca 700m vor dem Ziel konnte ich dann Yosief noch aufsammeln, das war der Grundstein für Platz 4.  Im letzten steilen Anstieg konnte ich dann nochmals etwas Vorsprung zu Yosief Takle herauslaufen, im Blick auch immer noch Benedikt Hoffmann der auf Platz 3 lief, doch diese 20 sec sollten genug Vorsprung für ihn sein, so dass ich auf den letzten 200m ihm auch nicht mehr gefährlich werden konnte. Der Vorsprung auf den 5.Platz ist auf den letzten Metern auf 12 Sekunden angestiegen und ich konnte den 4.Platz relativ sicher ins Ziel laufen. Was für ein Erfolg, und das ohne große Vorbereitung auf diese Meisterschaft.

Was mich etwas verwundert hat, ist die defensive Verhaltensweise der Kaderathleten beim einzigsten Rennen, bei dem es um die Qualifikation für internationale Meisterschaften geht, eigentlich dürfte es diesen Athleten nicht passieren, dass ein Läufer der M35 der keine Ambitionen mehr für das Nationalteam hat vor ihnen im Ziel ist.

Spannend wird die Nominierung zur WM in Bulgarien: Klar gesetzt sind Toni Lauterbach, Jonas Lehmann und Benedikt Hoffmann, doch wer wird als vierter und fünfter Mann mit zur WM nach Bulgarien fahren. Ich bin vor zwei Jahren aus dem Nationalteam zurück getreten und werden dem Team auch nicht zur Verfügung stehen, Yosief Tekle darf nicht für Deutschland starten, Toni Lauterbach war/ ist sich auch nicht sicher ob er für das Team zur Verfügung steht, findet am gleichen Wochenende wie die Berglauf-WM auch der Dolomitenmann statt (eine Stafette aus Bergläufer, Mountainbiker, Gleitschirmfliegen und Kajakfahrer) was sicherlich medial und finanziell lukrativer ist. Bleibt am Ende dann der Mountainbiker Andreas Seewald und der noch junge Läufer Maximilian Zeus zur Verstärkung des Teams. Man darf gespannt sein wieKurt König  die Mannschaft zur WM  zusammen stellt. Fakt ist dass seine Kaderathleten mutiger an solche Rennen rangehen müssen um auch international Fuß zu fassen.

Bei den Frauen konnte Michel Maier mit deutlichem Vorsprung vor Melanie Noll und der U20 Athletin Sarah Kistner ihren ersten deutschen Berglauftitel holen. Platz vier ging an Nadia Dietz (LG Brandenkopf) die in ihrem ersten Jahr bei den aktiven ein gutes Ergebnis ablieferte.

Die TUS Heletersberg konnte dieses Jahr die Mannschaftswertung deutlich vor der LAC Quelle Fürth und der LG Brandenkopf gewinnen. Bei den Frauen holte den Mannschaftstitel die PTSV Rosenheim vor der LG Brandenkopf und dem Skiclub Gaissach.

Weitere Ergebnisse zum Tegelberglauf und zur deutschen Meisterschaft findet ihr hier

Was nicht zu empfehlen ist, ausser man liebt es durch Touristenströme zu laufen, ist der Rückweg über Schloß Neuschwanstein, es ist zwar ein Wunderschöner Trail mit tollen Ausblicken, aber spätestens am Schloß angekommen macht der Rückweg keinen Spaß mehr…

 

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