Eigentlich wollte ich mich am Samstag mit einem der größeren Trailwettkämpfe, dem Swiss Iron Trail, über die Marathon Distanz auch in der Trailszene bewähren. Die Chance wurde mir aus organisatorischen Gründen leider nicht gegeben.

Als Ersatz habe ich mir kurzfristig einen kleinen Trailwettkampf in der West-Schweiz ausgesucht: Den Supertrail du Barlatay, hier werden drei verschiedene Distanzen mit 90% Trailanteil angeboten (87 km / 5400 hm, 46 km / 2700 hm und 31 km / 1850 hm). Start und Ziel werden in L’Etivaz sein. L’Etivaz ist ein kleines Dorf in der Nähen des Chateau d‘ Oex und dem bekannten Nobel-Ferienort Gstaad.

Ich werde mich an die 46 km und  2700 hm wagen. Für mich wird dieser Wettkampf aus zweierlei Hinsicht sehr spannend, zum einen bin ich noch nie einen Wettkampf gelaufen, der länger als ein Marathon ist und zum anderen ist der Start am Samstag, 15.08.2015 um 05:00 Uhr morgens, also Laufen mit Stirnlampe in den Sonnenaufgang.

Ich freue mich schon auf ein spannendes Wochenende….

Weitere Informationen zum Wettkampf unter http://www.barlatay.ch

Man nehme drei fitte, hoch motivierte Läufer und drei Genusswanderer, die sich auf eine gemeinsame Reise machen….

…dabei ist folgendes Regelwerk zu beachten:

  • Gute Laune
  • Landschaft genießen
  • jeder trägt sein eigenes Gepäck (das Packen im Vorfeld war gar nicht so einfach :-))

Die erste Etappe führte bei schönstem Sommerwetter von Gaschurn über das Valschavieltal und das Gaschurner Winterjöchle zur Heilbronner Hütte. Die ersten 8 km auf einem Forstweg gingen steil bergauf durch das Valschavieltal, der Weg war gut zu laufen und ohne technischen Anspruch, bis er schließlich weiter Richtung Wormserhöhenweg führte. Wir bogen einen Bergpfad rechts ab in Richtung Heilbronner Hütte, der über das Gaschurner Winterjöchle führte. Dieser Pfad verlief 6 km durch ein  beeindruckendes Hochmoor, vorbei an schönen Seen und entlang der Vorarlberg-Tiroler-Grenze, mit Ausblicken auf den 2696m hohen Valschavielkopf und den 2604m hohen Stritkopf, hin zur Heilbronner Hütte, unserer erste Übernachtungsunterkunft.  Nach 2,5 Stunden Laufzeit, 14 km mit 1400 hm bergauf und 300 m bergab, haben wir unser erstes Ziel auf 2320m erreicht. Die liebevoll bewirtschaftete Hütte mit tollen Zimmern und sanitären Anlagen sind wirklich ein Ausflug inkl. Übernachtung wert. Wir mussten nicht allzu lange warten, bis unsere wandernden Begleiter an der Hütte eintrafen. Den Tag ließen wir bei Apfelstrudel mit Sahne, einem leckeren HP-Menü und interessanten Gesprächen ausklingen.

Der zweite Tag startete früh bei schönem Wetter auf einem Schotterweg von der Heilbronner Hütte zum Kops Stausee. Vom Kops Stausee ging es weiter über schöne Gebirgspfade vorbei an der Breitspitze, Breitspitzbahn zum Vallülasee. Von dort führte der Bergpfad immer wieder über große Geröllfelder mit kleineren Kletter- und Steigpassagen zur Scharte zwischen Kleiner Vallüla (2643m) und Vallüla (2813m). Hier war das Wetter schon nicht mehr gut und wir mussten einen Großteil der Strecke im Nebel und bei leichtem Regen bewältigen, was die Sache nicht einfacher machte. Nach einem kurzen Gipfelbild (2500m) im Nebel ging es dann einen schönen Bergpfad hinunter zum Silvretta Stausee (2037m). Wir nutzten hier das kurzzeitig regenfreie Wetter für eine kleine Pause, um uns kurz zu stärken, bevor es dann durch das Bieltal über den  Radsattel (2652m) zur Wiesbadener Hütte (2443m) weiter ging. Der Weg vom Silvretta Stausee durch das Bieltal führte zunächst auf einem breiten Schotterweg leicht bergan, dem Bieltalbach entlang. Nach 1,5 km wird aus der Schotterpiste ein schöner schmaler Bergpfad, der weiter dem Bieltalbach entlang auf den Radsattel ( (2652m) führte, dies sollte unser höchster Punkt an diesem Tag sein. Dort sahen wir auch zum erstmal die Berge, da sich der Nebel endlich verzogen hatte, zudem hatte man einen schönen Blick auf Piz Buin, Raukopfgletscher, Tirolergletscher und Vermutgletscher. Einem schönen Höhenweg folgend, ging es vom Radsattel bergab Richtung Vermutsgletscher zur Wiesbadener Hütte. Nach 23 km, 1700 hm bergauf /-ab und ca 5,5 Stunden Laufzeit haben wir uns mit einem großen und äußerst leckeren Kaiserschmarren belohnt und den Abend bei netten Gesprächen mit anderen Alpinisten, die sehr überrascht waren was man in Laufschuhen so alles machen kann, ausklingen lassen.

Durch das unstete Wetter war nicht sicher, ob wir die dritte Etappe wie geplant laufen können. Im Wanderführer wird darauf hingewiesen, dass die Route nur bei guter und stabiler Wetterlage zu empfehlen ist. Wir starteten bei Nieselregen und Nebel von der Wiesbadener Hütte durchs Ochsental auf der „Touri-Autobahn“ zum Silvrettastausee. Von dort an ging es dann wieder durchs Klostertal entlang des Klostertal Baches und durchs Verhuptäli steil bergauf auf den Litznersattel (2737m). Dieser Weg musste mit doppelter Vorsicht gelaufen werden, denn durch das feuchte Wetter saßen auf jeder Felsstufe Salamander. Auf dem Litznersattel angekommen ging es vorbei und über die Reste des Litznergletschers, wieder genauso steil bergab wie es aufwärts ging, bis zum Versorgungsweg der Saarbrücker Hütte (2538m). Dort angekommen entschieden wir uns die Tour wie geplant fortzusetzen. Es ging somit über einen kurzen Klettersteig, der ohne Sicherung bewältigt werden kann, wieder sehr steil bergauf zur Kromerlücke (2700m), hier wartete die erste große Herausforderung – der Abstieg zum Kromergletscher.  Es gab in den letzten zwei Wochen massive Steinschläge und Bergrutsche, so dass der Weg verändert war, bzw. gar nicht mehr existierte. Anders, als es noch bei der Besichtigung zwei Wochen zuvor war.  Die zweite Herausforderung lag in der  Überschreitung des Gletschers, dieser hatte keine Schneedecke mehr und war blankes Eis. Wir entschlossen uns den Gletscher soweit oben wie möglich zu queren, weil hier doch recht viele Felsen und Steine lagen, die man nutzen konnte um weiter zu kommen. Nach einer guten Stunde hatten wir diesen Gletscher unbeschadet überschritten und sind auf der gegenüberliegende Seite wieder (sicher) auf 2700m angekommen. Alle guten Dinge sind drei – es wartete nur noch die Überschreitung des Schweizergletschers, dies stellte sich als noch größeres Problem dar, da auch hier so gut wie keine Schneedecke mehr vorhanden war, die im Normalfall Halt gibt zum Überqueren des Gletschers. Zudem gab es auch hier massive Bergrutsche und das Geröll war sehr instabil, dennoch querten wir auch diesen Gletscher soweit oben wie möglich mit ordentlich (Sicherheits-)Abstand zueinander. Nach guten 1,5 Stunden haben wir den Gletscher überschritten und zum Glück sicher die Schweizer Lücke (2700m) erreicht. Von nun an führte uns der Weg nur noch bergab zur Tübinger Hütte, anfänglich etwas schwieriger über Geröll und zum Schluss auf einem sehr schönen Gebirgspfad, nach ca. 30 min haben wir dann die Hütte erreicht. Von dort ging es über den Sommerweg (ein sehr schöner Pfad) bergab auf den Versorgungsweg, welcher zur Tübinger Hütte führt. Wir liefen die ca. 12 km und 1200 hm locker bergab nach Gaschurn. Hier galt es nochmal die herrliche Landschaft und die schönen Ausblicke zu genießen, denn im Laufe unserer Tour wurde das Wetter immer besser, so dass wir bei Sonnenschein und 25 Grad wieder in Gaschurn angekommen sind. Die Laufzeit betrug 5,5 h für 30 km mit 1300 hm bergauf und 2400 hm bergab.

Völlig erschöpft, mit wackeligen Knien aber unglaublich glücklich, stolz und zufrieden ließen wir den Nachmittag im „Käse-Haus“ gemeinsam ausklingen, bevor wir uns auf den Heimweg machten.

Es waren drei sehr schöne Tage mit vielen neuen Erfahrungen. Grenzerfahrung hat in diesem Gebiet eine ganz eigene Bedeutung. Zum einen bewegt man sich ständig an der Landesgrenze Vorarlberg + Tirol entlang zum Anderen ging der letzte Teil der Strecke entlang der Schweizer Grenze…. Die Touren sind sehr Anspruchsvoll und man überschreitet des öfteren auch seine psychischen sowie physischen Grenzen.

Zum Schluss nochmals die Gesamtdaten der Tour:

3 Tage / 70 km / 4400 hm / Laufzeit 13,5 h

Die Tour ist nur für hochalpin erfahrene Läufer / Wanderer geeignet. Die eigentliche Wanderzeit beträgt gesamt ca 5 bis 6 Tage.

Meine Ausrüstungsempfehlung für die 3 Tage sieht folgendermaßen aus:

  • Schuhe: inov8 x-talon 212
  • Rucksack: inov-8 Racepro10 mit 2,5 l Trinkblase
  • inov-8 Windjacke
  • inov-8 Regenjacke /-hose
  • inov-8 Longtight (Base Elite)
  • inov-8 Short (Base Elite)
  • inov-8 Shirt (1/2-arm und langarm)
  • Mütze und Handschuhe
  • 2 paar Socken
  • kleines Handtuch + Duschgel, etc
  • Sonnencreme
  • Erste-Hilfe-Set
  • Riegel und Gel für 3 Tage (vielen Dank an LaufSinn Ulm für die Ausstattung)

Lust auf ein Trail- Abenteuer, ohne Wettkampfstress und Zeitlimit?

Vom 31.Juli bis 02. August 2015 könnt ihr euch mit mir auf ein Trail-Abenteuer im Montafon begeben mit zwei Übernachtungen auf zwei verschiedenen Hütten. Die Tour startet in Gaschurn und hat über die 3 Tage verteilt gesamt ca 66 km und 4500 hm (up and down), führt zweimal über 2700m und man hat schöne Ausblicke auf die Verwall Gruppe, den Silvretta-Gletscher und den Silvretta Stausee. Um das Abenteuer komplett zu machen ist das Gepäck für die 3 Tage selbst mit zunehmen, natürlich nur das minimal Prinzip was ein Trailrunner so dabei hat (Windjacke, Regenbekleidung, eine Longtight, eine warme Jacke, Langarmshirt und Mütze + Handschuhe) alles verpackt in einem Rucksack mit Trinkblase und max 10l Gepäckfach. Anmeldung und Informationen auf http://www.laufsinn-ulm.de/tht oder direkt bei mir… Die Anmeldung ist noch bis zum 20. Juli zu einem Preis von 290 € möglich (2 Übernachtungen mit Halbpension + kleines Versorgungspacket für unterwegs.) Ich freue mich über eure Anmeldung

Euer Timo

Was ist 2015 geschehen und welche Ziele habe ich mir für dieses Jahr noch gesetzt?

Da die Saison der meisten Läufer schon im Oktober / November mit dem Aufbautraining für die kommende Saison beginnt, beginne ich diesen Beitrag auch im Herbst 2014. Als Erstes sollte nochmal kurz mein Rücktritt als Athletensprecher des DLV-Berglaufteams und gleichzeitig auch mein Rücktritt aus dem Berglaufnational-Team erwähnt werden, das Thema wurde aber bereits genug diskutiert, darum gehe ich auch nicht mehr näher darauf ein. Dann gab es noch eine Veränderung in meiner Ausrüstung: Nach langer Zeit mit NIKE habe ich mich dazu entschlossen nach einem neuen Partner zu suchen der auch mehr auf Trailrunning und Berglauf eingeht. Diesen habe ich mit INOV-8 und Laufsinn Ulm gefunden, vielen Dank für euere gute Unterstützung.
Nun zum sportlichen Teil: Im Herbst / Winter habe ich einige Crossläufe, wie den Darmstadt Cross und Eurocross in Dietrich (Belgien) bestritten, um langsam in Form zu kommen. Dies war durch den schneereichen Winter auf der Alb nur bedingt möglich.  Es gab einige Wettkämpfe, die mir ganz klar gezeigt haben, dass ich im Winter zuwenig trainiert habe, was im ersten Moment nicht so gut war, denn das erste große Saison Highlight wartete schon Ende April mit der Schönbuch Trophy auf mich. Hier galt es am ersten Tag ein Mountainbike Rennen mit 45 km und ca 1000 hm und am zweiten Tag ein Trail Marathon mit 1000 hm zu bewältigen. Ab Ende Februar ging es dann aber auch auf der Alb mit dem Schnee wieder zurück und ich hatte noch genau 2 Monate, um mich auf das erste Highlight vorzubereiten, was mir dann auch gelang durch wöchentlich 180 Laufkilometer + 150 km auf dem Mountainbike. Zwischendurch gab es auch noch Wettkämpfe zum Formcheck: Albgold Winterlauf, Trochtelfingen 10 km Platz1 // Engelberglauf, Großheubach 21 km / 450 hm Platz 1 + Streckenrekord // Frühjahrsmarathon Münsingen (Mountainbike) Platz 82 . Gut vorbereitet konnte ich  am 25. und 26 April bei der Schönbuch Trophy in Herrenberg an den Start gehen, hier war von Anfang an das Ziel die Trophywertung zu gewinnen und mit viel Spaß in die Rennen zu gehen… Am ersten Tag belegte ich beim Mountainbikerennen den 19. Platz mit 5 min Rückstand zum Führenden der Trophywertung. Also blieb es spannend am zweiten Tag, wie gut können die Mountainbiker laufen? Wer ist sonst noch am Start beim Trailmarathon? Am zweiten Tag ging ich hochmotiviert an den Start. Schon nach dem Startschuss war klar, dass ich auf jeden Fall um einen Platz unter den ersten Dreien mitreden kann. Im Ziel kam ich dann als Drittplatzierter an, die letzten 5 km waren eine riesige Quälerei, war aber glücklich über die gute Platzierung. Am Ende habe ich die Trophywertung (Mountainbike + Marathonzeit wurden addiert) mit ca 30 min Vorsprung gewonnen. Das Saisonziel Nummer 1 wurde somit erfolgreich beendet. Die Woche danach waren Treppen nur noch im Rückwärtsgang möglich und ich bin dann auch noch in ein 6 wöchiges Motivationsloch gefallen… In der Zwischenzeit habe ich mich aber wieder erholt und die nächsten Ziele für 2015 sind gesteckt. So steht am 24.07. der Stockhorn Halbmarathon mit 1700 hm an. Und am 14.08.2015 das zweite große Saisonhighlight der T41 beim Swiss Irontrail. Im Herbst von 02. bis 04.10. steht dann  noch die BBT in Unterharmersbach fest. Ein neues Event, das versucht Bahn-, Berg- und Trailläufer zu einer Veranstaltung zu bringen. Am ersten Tag stehen 3000m im Stadion an, am zweiten Tag findet der Traditionelle Brandenkopf Berglauf und am dritten Tag ein Trailhalbmarathon statt. Am Ende gibt es eine Gesamtwertung aus allen drei Wettbewerben! Mehr Info unter trailrun21.de oder brandenkopfberglauf.de.

Bis bald…

Euer Timo